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2.0 *

Le Moissonnier

 
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Neueste Kommentare für Le Moissonnier

 
(02 May 2008)
Es war geschafft, wir haben einen Platz im Le Moissonnier ergattert. Nach freundlichem Empfang und Gewöhnung an das doch sehr laute Ambiente wurden wir im recht engen Gefüge der Tische mit Aperitif und Speisekarten versorgt, die vielgerühmte Beratung zur Weinauswahl fiel aus, vermutlich wegen Überlastung. Das erste, was ins Auge sprang: Cross-Over, das hatte mit französischer Küche nur noch wenig zu tun, überall die feinsten Gewürze zu den edelsten Zutaten. Und so kam es dann auch, das Kalbsbries, umhüllt von einer Erdnuss-Sauce, war geschmacklich nicht wieder zu erkennen, der getrüffelte Zwiebelkuchen als Beilage wurde von feinem Rauchgeschmack überlagert, ebenso die Lasagne von Ente und Chicorée und das Süßkartoffelmus nach polnischer Art. Das bei der Auswahl als geschmacklich herausragend empfohlene Milchkalb erstickte leider in seiner Lackierung aus Soja und ähnlichem und erinnerte stark an Spareribs aus dem Discounter. Ach ja, da war dann noch die Taubenbrust mit Stopfleber, lecker, sehr gut zubereitet, fast klassisch, aber was sollte die Couscous-Zubereitung dabei, deren aufdringliches Cumin-Aroma die nächsten beiden Bissen noch in dieses Geschmackserlebnis hüllte? Was ebenso auffiel war, dass keine der Speisen, die sicherlich aufwändig zubereitet waren und auch sehr schön angerichtet, nur annähernd die (hohe) Temperatur hatte, die Westeuropäer erwarten, schon wieder Cross-Over oder nur ein Isolationsproblem beim Transport durch die schmalen Gänge? Was das Preis-Leistungs-Gefüge angeht, nun wir sind noch nie so hungrig aus einem Sternerestaurant herausgekommen, allerdings auch noch nie so schnell, das Menü mit Apéro, Amuse Bouche, 3 Gängen und Café in unter 90 Minuten, dabei hatten wir es gar nicht eilig.
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